Zahlungsklagen vor iranischen Gerichten, allgemeine Hinweise
 
Sie wollen im Iran eine Geldforderung gerichtlich beibringen? Bitte beachten Sie dazu unsere folgenden Hinweise:
 

Das außergerichtliche Verfahren

Ehe der Klageweg beschritten wird, sollte versucht werden, die Schuldnerin im Iran letztmalig detailliert anzumahnen, die Schuld zu begleichen. Erfahrungsgemäß lassen sich durch uns angemahnte Schuldner oft dazu bewegen, die Forderung zu begleichen.
Im außergerichtlichen Verfahren berechnen wir unser Honorar nach Arbeitsstunden, welche die Korrespondenz mit der Mandantschaft, die zur Aufsetzung eines detaillierten Mahnschreibens mit Androhung gerichtlicher Maßnahmen unter Fristsetzung, das Mahnschreiben selbst und gegebenenfalls die Übermittlung der ersten Antwort umfasst.
 

Vorgerichtliche Abwägungen

Sollte das außergerichtliche Vorgehen fruchtlos verlaufen, müssten Sie entscheiden, ob Sie zunächst einmal die Zahlungsfähigkeit der Schuldnerin erforschen wollen, bevor gerichtliche Schritte eingeleitet werden. Bezüglich der Einholung von Wirtschaftsauskünften ist anzumerken, dass es im Iran, im Gegensatz zu Deutschland, keine geordneten Wirtschaftsauskunfteien gibt, bei welchen man gegen eine geringe Gebühr Auskünfte wirtschaftlicher Natur einholen kann. Stattdessen müsste ein Detektiv beauftragt werden, die finanziellen Verhältnisse zu ermitteln.
 

Das gerichtliche Verfahren

Gerichtsgebühren
Die Gerichtsgebühren für eine Zahlungsklage sind 3% vom Streitwert.
 
Rechtsanwaltshonorar in der ersten Instanz
Zusätzlich zum Basishonorar berechnen wir Gerichtssitzungen über die erste Sitzung hinaus separat, entsprechend dem mit der Entfernung des Gerichts zu unserer Kanzlei verbundenen Aufwand.
 
Erstattung der Gerichtsgebühren und des Rechtsanwaltshonorars
Bei vollem Obsiegen des Klägers hat der Beklagte die Gerichtsgebühren in voller Höhe zu tragen. Ferner hat der Beklagte das Anwaltshonorar des Klägers zu bezahlen und zwar in einer Höhe, die das Gericht nach Ermessen festlegt. Es kann also unter Umständen sein, dass das Gericht dem Beklagten nicht das gesamte Honorar auferlegt.
 
Zahlt der Schuldner auch nach einem rechtskräftigen Urteil nicht, so wird das Urteil der Vollstreckungsbehörde übergeben. Die Gebühr hierfür beträgt 1% vom Wert des Urteils. Das Rechtsanwaltshonorar für dieses Verfahren wird in der Regel nur im Falle des Erfolgs bezahlt und wird vom Schuldner voll getragen.
 
Für das Mahnschreiben bzw. die Einreichung der Klage nötige Unterlagen
Für das Mahnschreiben bzw. für die Einreichung der Klage benötigen wir grundsätzlich folgende Unterlagen:
 
1. Für das Mahnschreiben – die Aufzählung der geschuldeten Grundbeträge, die Daten der jeweiligen Fälligkeit, die Berechnung der Zinsen auf jeden Grundbetrag bis heute und eine Erklärung, auf welcher Grundlage der gewählte Zinssatz gefordert wird, sowie die Bestellungen bzw. ein anderes Dokument, aus welchen die genauen Daten der Schuldner ersichtlich sind. Dies können Sie auch per Fax schicken.
 
2. Für die Klage – wie oben und der gesamte Schriftverkehr mit dem Schuldner, einschließlich die Bestellungen, die Liefernachweise, Rechnungen, Mahnungen und eventuelle Antworten der Schuldnerin (chronologisch geordnet), sowie eine besondere Vollmacht, die wir Ihnen ggf. gesondert zukommen lassen werden.

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